Die Biografinnen

Die Biografinnen begeben sich auf Spurensuche. Wer war Frau von X? Eine Baronesse auf Capri? Eine Psychopathin im Hotel? Eine Schwester von Anna O.? Eine Anarchistin? Ein Monster? Die Geliebte von Dr. Aulem? Eine von uns?

Für das Projekt wurde in einer Recherchephase mit Angehörigen der verstorbenen Person M zahlreiche Interviews geführt. Ihre Geschichten dienen den Biografinnen als Ausgangspunkt für eine neue Erzählung. Die Freundin, die Tochter, Der Mann des Sohnes, der Bruder und die Bekannte erinnern sich. Wer oder was war die Person wirklich? Die Geschichten geraten in Widersprüche, welche die Biografinnen wie auch das Publikum in Fragen nach Wahrheit und Authentizität verwickelt. Bedeutet eine Geschichte erzählen zu wollen mehrere Geschichten erzählen zu müssen?



Premiere im April 2007, Hildesheim

Konzept Judith Kästner, Verena Ries, Dorle Trachternach, Miriam Tscholl 
Regie Miriam Tscholl
Text Dorle Trachternach
Video Verena Ries
Raum Judith Kästner
Es spielen Frauke Angel, Oliver Dressel, Irene Eichenberger, Urs Jucker, Horst Meister


Presseauszüge

Es ist schön und bewundernswert, mit welch großer Natürlichkeit die fünf Spieler unter der Regie von Miriam Tscholl ganz normale, authentische Persönlichkeiten darstellen, sodass man zwischen durch fast vergisst, dass ja “gespielt“ ist, was die Figuren in fiktiven Interviews antworten und erzählen zu scheinen.

Zwischendurch wird diese strenge Form des Berichtens sinnlich aufgebrochen durch Videoeinspieleungen, die während der Recherche entstanden sind ( Verena Ries), durch Laute und Worte, die wie Erinnerungen aus der Vergangenheit in die Realität einbrechen und durch gespielte, skurril anmutende Szenen in dem meist im dunkel liegenden Bühnenraum voller Perserteppiche ( Judith Kästner).“
Aus: Jenseits des goldenen Käfigs. In: Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 10.04.07

Man kann alles erzählen nur nicht sein wirkliches Leben. Das Scheitern hat hier also Methode. Gleichwohl ist die Spurensuche, auf die sich die fünf Darsteller gut 90 Minuten lang begeben, bis zum Ende spannend und bisweilen sogar witzig. „

Aus: Rätsel Frau. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 29. Mai, 2007-09-20

Gefördert durch
Ministerium für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersachsen,
Fonds Darstellender Künste e.V.
Niedersächsische Lottostiftung